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Steuerberatungsgesellschaft mbH

Neuerungen in der Entgeltabrechnung 2019


Erhöhung des Mindestlohnes
In 2018 beträgt der bundesweite gesetzliche Mindestlohn 8,84 €/brutto je Stunde.
Auf Beschluss der Mindestlohnkommission wird der Mindestlohn ab 2019 auf 9,19 € angehoben, ab 2020 auf 9,35 €. Die Bundesregierung setzt den Beschluss mit Rechtsverord-nung in Kraft.
Seit dem 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt auch für die Land- und Forstwirtschaft! Auch für mitarbeitende Familienangehörige in der Land- und Forstwirtschaft gilt der gesetzliche Mindestlohn, sofern diese für den Landwirt als Arbeitnehmer tätig werden und nicht lediglich im Rahmen der familienhaften Mithilfe.

Fristlose Verlängerung der 70-Tage-Regelung bei kurzfristiger Beschäftigung
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Tätigkeit nicht regelmäßig ausgeübt wird, d.h. von vornherein nicht auf ständige Wiederholung gerichtet ist. Sie darf sich nicht über einen längeren Zeitraum erstrecken. Ursprünglich war eine kurzfristige Beschäftigung gegeben, wenn diese innerhalb eines Kalenderjahres längstens 2 Monate oder höchstens 50 Arbeitstage dauerte. Diese Regelung wurde zum 01.01.2015 bis zum 31.12.2018 befristet auf 3 Monate bzw. 70 Tage erhöht. Die 70-Tage/3-Monats-Regelung für eine kurzfristige Beschäftigung wurde nun auf Beschluss der großen Koalition über den 31.12.18 hinaus unbefristet verlängert.

GKV-Zusatzbeitrag soll ab 2019 hälftig vom Arbeitgeber getragen werden
Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt derzeit bei 14,6 % und wird von Arbeitgebern und Arbeitnehmern jeweils zur Hälfte getragen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen also 7,3 % Krankenversicherungsbeiträge entrichten. Zusätzlich können die Krankenkassen einen individuellen Zusatzbeitrag festsetzen. Dieser liegt im Durchschnitt derzeit bei 1,0 % und ist alleine vom Arbeitnehmer zu entrichten. Dies soll sich ab dem 01.01.2019 ändern. Nach einem kürzlich vorgestellten Gesetzentwurf der großen Koalition, soll der Zusatzbetrag künftig je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden. Der Gesetzentwurf muss noch vom Bundestag abgesegnet werden. Trotz großer Proteste von Seiten der Arbeitgeberverbände ist damit zu rechnen, dass das Gesetz in Kraft tritt. Eine Zustimmung durch den Bundesrat ist nicht erforderlich.

Auch soll die Bezugsgröße für die Bemessung des Mindestbeitrags zur GKV, den Selbständige zu entrichten haben, die in der GKV krankenversichert sind, halbiert werden. Das würde im Jahr 2018 einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von monatlich 1.141,88 € (anstatt 2 283,75 €) entsprechen, was einen durchschnittlichen Mindestbeitrag von monatlich 171,28 Euro bedeuten würde.

Entsendebescheinigung A1 ab 2019 nur noch elektronisch
Entsendet ein deutscher Arbeitgeber einen ansonsten im Inland beschäftigten Arbeitnehmer für die Ausführung einer Leistung kurzeitig (bis zu 24 Monate) in einen EWR-Staat oder die Schweiz, bleibt dieser in Deutschland (Ent-sendeland) sozialversicherungspflichtig und ist im Tätigkeitsstaat von der Sozialversicherung befreit. Voraussetzung hierfür ist, dass der entsandte Mitarbeiter im Besitz einer Entsendebescheinigung A1 ist. Wird der Mitarbeiter, der von einem deutschen Arbeitgeber, beispielsweise auf eine Messe in die Schweiz entsendet wurde, von den dortigen Behörden kontrolliert und ist nicht im Besitz einer Entsendebescheinigung A1, drohen Bußgelder. Oftmals verkennen Arbeitgeber, dass die Be-scheinigung auch bei kurzzeitigen, stundenweisen Aufenthalten im EWR-Ausland benötigt wird, beispielsweise wenn der Arbeitnehmer noch am gleichen Tag wieder von der Messe zurück nach Deutschland reist.

Seit dem 01.01.2018 kann die Bescheinigung A1 elektronisch aus einigen Entgeltabrech-nungsprogramme beantragt werden. Zum 01.01.2019 wird die elektronische Beantragung der Bescheinigung Pflicht. Die Nutzung der elektronischen Antragsmöglichkeit durch den Arbeitgeber setzt voraus, dass sein Entgeltabrechnungsprogramm über das erforderliche Modul verfügt. Eine Beantragung der Entsen-debescheinigung A1 ist aus den DATEV Programmen Programmen LODAS und LOHN & GEHALT möglich. Wir übernehmen dies gerne für Sie.

Hinweis:
Die Beantragung dauert in der Regel drei Werktage. Arbeitgeber sollten daher einen Antrag auf Ausstellung der Bescheinigung rechtzeitig vor Reiseantritt ihrer Mitarbeiter stellen.
Es wird von verstärkten Prüfungen im EU-Ausland berichtet. Bereits an Flughäfen werden Mitarbeiter kontrolliert oder die Prüfer lassen sich an der Hotelrezeption die Gästeliste zeigen und gehen gezielt auf Dienst- und Ge-schäftsreisende zu. Insbesondere in Österreich und Frankreich nehmen die Prüfungen zu. Die beiden Länder sehen allerdings von einer Geldstrafe derzeit ab, sofern nachgewiesen werden kann, dass die A1-Bescheinigung vor Antritt der Dienstreise beantragt wurde. Bei kurzfristigen Entsendungen sollten Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern daher einen Ausdruck der elektronischen Antragsbestätigung mitgeben, wenn die Bescheinigung A1 noch nicht vorliegt.

Bescheinigung des Großbuchstaben M
Arbeitgeber, welche ihren Arbeitnehmer anlässlich oder während einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung eine Mahlzeit mit einem Wert bis 60 € unentgeltlich bzw. verbilligt zur Verfügung gestellt haben, sind verpflichtet, auf der Lohnsteuerbescheinigung der betroffenen Arbeitnehmer den "Großbuchstaben M" zu bescheinigen (§ 41b Abs. 2 Satz 2 Nr. 8 EStG). Dies gilt auch, wenn die Mahlzeit auf Veranlassung des Arbeitgebers von einem Dritten zur Verfügung gestellt wurde.

Hintergrund ist, dass Arbeitnehmer Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen können, wenn diese auswärtig beruflich tätig waren oder eine doppelte Haushaltsführung begründet haben. Die als Werbungskosten abzugsfähigen Verpflegungspauschalen sind zu kürzen, wenn dem Arbeitnehmer während der Auswärtstätigkeit, auf Veranlassung des Arbeitgebers, Mahlzeiten zur Verfügung gestellt wurden. Damit dieser Sachverhalt bei der Einkommensteuerveranlagung der Arbeitnehmer erkennbar ist, fordert der Gesetzgeber die entsprechende Bescheinigung seitens des Arbeitgebers.

Nach einer Übergangsregelung konnte auf Antrag beim zuständigen Finanzamt auf den Ausweis und die Aufzeichnung im Lohnkonto verzichtet werden, wenn sich die Mahlzeitengestellung aus der Reisekostenabrechnung ergibt. Diese Vereinfachungsregelung wurde bis zum 31.12.2018 verlängert. Ab dem 1.1.2019 müssen dann alle Arbeitgeber eine Mahlzeitengestellung durch die Angabe des Großbuchstabens "M" in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bescheinigen.

Hinweis:
In den Fällen, in denen ein entsprechender Antrag nicht gestellt oder vom Finanzamt abgelehnt wurde, ist der Großbuchstabe M bereits in der Lohnsteuerbescheinigung für 2018 auszugeben.

Ausweitung der Gleitzone zum 01.01.2019
Das Bundeskabinett hat am 29.08.2018 den Entwurf eines Gesetzes über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz) verabschiedet. Kernpunkt ist das Rentenniveau und den Rentenversicherungsbeitrag bis zum Jahr 2025 stabil zu halten.

Mit dem Gesetz soll zudem die Obergrenze der Gleitzone von 850 € auf 1.300 € ausgeweitet werden. Beschäftigte die mehr als 450 €, aber zukünftig weniger als 1.300,01 € verdienen (sog. Midijobber), zahlen nicht den vollen Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung. Bei Überschreiten der 450 €-Grenze werden die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung bis zur Obergrenze der Gleitzone schrittweise angehoben.

Weitergabe von ersparten Arbeitgeberanteilen bei Entgeltumwandlung
Arbeitgeber müssen ab 2019 jede Entgeltumwandlung in pauschalierter Form mit 15 % bezuschussen, soweit sie Sozialversicherungsbeiträge ersparen und sofern tariflich nichts anderes festgelegt ist. Diese Zuschusspflicht gilt ab 2022 auch für alle in der Vergangenheit abgeschlossene Entgeltumwandlungsvereinbarungen.
Daneben wird es vermutlich die üblichen Änderungen zum Jahresende geben, wie die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen, die Anhebung der Sachbezugswerte und möglicherweise Änderungen bei den Beitragssätzen. So ist z.B. auch die Senkung des Arbeitslosenbeitrages in der Diskussion. Möglicherweise kommen noch weitere Änderungen ab 2019 auf Sie zu. Wir halten Sie auf dem Laufenden.







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